Narcotica

LP mit Aufschrift: The Blue Angel Lounge - Narcotica

Mein ceterum censeo, das ich ab jetzt regelmäßig wiederholen werde: The Blue Angel Lounge müssen wieder Musik veröffentlichen, denn dass es diese Band nicht mehr gibt, ist nicht hinnehmbar. Das geht einfach nicht.

Links 26. Februar 2024

Ein Lied mehr XXIV: Bo Diddley

Bo Diddley, 1955

Am Anfang war Bo Diddley. Seine Gitarre. Die Brille. Und sein bis in die musikalische Neuzeit wirkender synkopischer Beat. Wie revolutionär muss diese Musik für damalige Ohren geklungen haben? Ein Pionier war Bo Diddley auch darin, dass er weibliche Musiker in seiner Band hatte: zunächst die Gitarristin Lady Bo, dann ihre Nachfolgerin The Duchess. Schon Buddy Holly, der andere große Brillenträger des Rock’n’Roll, erwies Bo die Ehre, indem er dieses Lied aufnahm. Buddy wusste, was Sache war.

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Das erste Jahrhundert nach Béatrice

Amin Maalouf

Laut Klappentext ein »Thriller« (dort allerdings ebenfalls in Anführungszeichen) und »real-futuristisch«. Um einen Thriller handelt es sich bei Maaloufs Erzählung jedoch nicht einmal in Gänsefüßchen, und futuristisch sind allenfalls ein paar wenige Momente. Zum Inhalt: Eine industriell zur sog. »Substanz« weiterentwickelte Bohne ermöglicht es, vorrangig männliche Nachkommen zu zeugen. Vor allen im globalen Süden, aber auch im Norden, schlägt dies wie eine demographische Bombe ein, die Welt stürzt ins Chaos.

Dass diese Substanz namenlos bleibt, ist sinnbildlich für das ganze Buch: vieles bleibt vage, Figuren wie Schauplätze. Berichtet wird von einem altväterlichen, behäbigen Ich-Erzähler, einem französischen Insektenforscher. Hundert Seiten dauert es, bis die Geschichte etwas in die Gänge kommt. Rund zweihundert Seiten ist sie lang.

Manches gelingt Maalouf aber auch, anderes hätte ich bei ihm auch nicht erwartet. Was ich sonst noch von dem libanesischen Autor kenne, gefällt mir nämlich. Empfohlen sei etwa der historische Roman Leo Africanus. Wie der befasst sich auch Das erste Jahrhundert… mit der Schnittstelle zwischen Okzident und Orient, Nord und Süd, und das ist nicht uninteressant. Und die Schilderung gegen Ende, dass die wenigen verbliebenen Frauen im fiktiven afrikanischen Staat Rimal »vermehrter Begierde ausgesetzt« sind, »eingesperrt und belagert, Eigentum ihrer Stämme«, die ist einfach nur beklemmend.

Links 19. Februar 2024

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Kein Schlaf bis Hammersmith

Wolfgang Welt

Wolfgang Welts schonungslos autobiografische Romane aus dem Ruhrgebiet der Achtzigerjahre schätze ich sehr. In »Kein Schlaf bis Hammersmith« gibt es ein paar Überschneidungen mit den Erzählungen, die als »Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« erschienen (Lokale seiner Heimatstadt Bochum etwa, oder die Tour mit Motörhead), hier sind allerdings Welts musikjournalistische Texte aus derselben Zeit versammelt. An manchen der Bands und Platten, über die er für verschiedene Zeitschriften schrieb, hat der Zahn der Zeit genagt, sie sind in Vergessenheit geraten, funktionieren aber noch als Anekdotenquelle, wie beim Rauswurf aus einer Pressekonferenz der Sängerin Helen Schneider, deren Lieder Wolfgang Welt nicht mochte. Auch das Schaffen von Musikanten der Art Herbert Westernkunze bedachte er mit immer noch lesenswerten Verrissen. Seine Lieblinge überdauerten: Stevie Wonder gehört dazu, und natürlich Buddy Holly. Das Buch selbst ist wunderbar aufgemacht, mit Fotos von »WoW«, wie Welts Kürzel lautete, seiner Platten und Begegnungen mit Künstlern.

Future of the Sea

Eine Veröffentlichung, die mir 2023 glatt entgangen ist: »Future of the Sea« der englischen Band Plank!. Ich habe eine Schwäche für instrumentalen Post Rock, oder wie immer man so eine Musik heutzutage nennt. Zu schade, dass das Vinyl via Bandcamp schon ausverkauft ist, das Artwork gefällt mir ebenso wie sein Inhalt.

Plank! – Volta Do Mar

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Elemental

Life is a series of small adventures. People are lovely. Creativity is easier with friends. Satisfaction lies in the simple things. Ambition is overrated. These are the things I’ve learnt since being Professor Elemental and hopefully I’ll never have to stop.

Professor Elemental, Interpret des »Chap Hop« (Zitat gefunden im Idler)

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