Over the Edge of the World

Laurence Bergreen

Die Geschichte von Magellans Weltumseglung in spanischen Diensten, angefangen von den vergeblichen Versuchen, den portugiesischen König Manuel I. für die Unternehmung zu gewinnen (später erfährt man auch, worauf dessen jahrelange Weigerung gründete), bis zur gar nicht heroischen Rückkehr von gerade einmal achtzehn Seeleuten, von ursprünglich zweihundertsechzig.

Magellans Navigation durch die später nach ihm benannte Straße gilt als eine der größten Taten der Seefahrtsgeschichte. Er hielt die Disziplin an Bord der anfangs fünf Schiffe seiner Armada de Molucca aufrecht und konnte gar aus aussichtsloser Lage eine Meuterei niederschlagen – zum Preis unfassbarer Grausamkeit. Magellans Überheblichkeit und sein religiöser Fanatismus kosteten ihn schließlich auf den Philippinen das Leben.

Die Rivalität zwischen Portugiesen und Spaniern, die Versuche, die Kontrolle über die Schätze der Gewürzinseln zu erlangen, ähnelte dem Wettlauf im Weltraum während des Kalten Kriegs. Bergreen hat, sich zu einem guten Teil auf die Aufzeichnungen des venezianischen Chronisten Antonio Pigafetta stützend, daraus einen echten page-turner gemacht.

The Willows

Algernon Blackwood

Ein namenloser Erzähler, mutmaßlich Engländer, und sein Begleiter, der nur »The Swede« genannt wird, fahren in einem Kanu die Donau hinab. Hinter Pressburg, dem heutigen Bratislava, verirren sie sich auf eine Flussinsel voller Weiden und sind gezwungen, dort die Nacht zu verbringen. Sie werden Zeugen unerklärlicher Vorgänge.

Ein großer Bewunderer von Algernon Blackwoods Gruselgeschichten war wohl H.P. Lovecraft. Blackwood benötigt aber weder Monster noch Tentakel, nicht einmal Blut, um eine Atmosphäre zu schaffen, die auch heute noch schaurig ist. Die Handlung der Novelle ist unvorhersehbar und bis zum Ende bleibt mysteriös, was eigentlich geschehen ist.

Country Westerns

Rockmusik höre ich kaum noch, es ist einfach alles langweilig. Umso erstaunlicher, dass mir die Country Westerns so gut gefallen, ist doch an der Band nichts Besonderes, sieht man vielleicht von der Stimme oder dem ausgefeilten Spiel der Bassistin ab. Irgendwie innovativ ist die Musik schon gar nicht. Der Bandname ist auch bescheuert. Vielleicht ist es das Zusammenspiel, die Sämigkeit. Oder diese kratzige Stimme. Am ehesten aber ist’s die Einfachheit der Stücke in Zeiten völlig überproduzierter Popmusik. Manchmal gibt es wahrscheinlich einfach nichts Besseres als amerikanische Provinzler mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Und ein Trio bleibt sowieso immer die beste Besetzung.

Breath

James Nestor

Ein ganzes Buch über den Vorgang, Luft einzusaugen und wieder auszustoßen, klingt erstmal nicht besonders aufregend. Aber Breathe war eines der interessantesten Sachbücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

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Bella Figura

Kamin Mohammadi

Kamin Mohammadi ist eine aus Teheran stammende Britin, die, wegen ihres stressigen Jobs in einer Zeitschriftenredaktion in London ausgelaugt und gesundheitlich angeschlagen, die Chance wahrnimmt, sich für längere Zeit im Apartment einer Bekannten in Florenz zu erholen. Und, wie könnte es anders sein: dort kommt sie, dank Slow Food und entspannter Mitmenschen, bald wieder zu Kräften. Sie lernt, in den Flow der Stadt zu kommen und eben eine bella figura zu machen.

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