Ein langer Brief an September Nowak

Markus Berges

Ob es der gelungene Titel war, der mich zum Kauf dieses Buches veranlasste? Die Geschichte um ein Mädchen aus der westfälischen Provinz, das nach Nizza reist, um zu erfahren, dass die langjährige Brieffreundin nicht ist, was sie versprach? Ich weiß es nicht mehr, September Nowak lag schon länger herum. Für das Buch spricht, dass ich es recht schnell gelesen habe. Dies in der Erwartung, dass mit zunehmender Seitenzahl noch irgendetwas geschehen würde. Das war nicht der Fall. Es geht ohne große Höhen und Tiefen durch den Süden Frankreichs bis nach Spanien. Menschen werden getroffen. Andere Menschen. Dann ist das Buch auch schon zu Ende. Ich mag Roadmovies. Hier haben mich leider weder die Geschichte noch die Figuren irgendwie berührt. Es bleibt eine schöne Sprache.

Amerika vor Kolumbus

Charles C. Mann

Das Buch ist so interessant, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Bei den Schilderungen der aus europäischer Sicht völligen Fremdartigkeit der vorkolumbianischen Hochkulturen (die Inka-Herrscher trugen Kleidung aus Vampirfledermauswolle)? Der Existenz aztekischer Philosophenschulen und dreidimensionaler Knotenschrift? Dass die Maya das Rad erfanden, es aber lediglich als Kinderspielzeug verwendeten (weil es keine Zugtiere gab und Wagen bei der Beschaffenheit des Territoriums keine Vorteile boten)?

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Anmerkungen zu Hitler

Sebastian Haffner

Wiglaf Droste sagte mal, man müsse zu Hitler nicht mehr wissen, als in diesem schmalem Buch steht. Stimmt. Haffner benötigt nur knapp 200 Seiten und sieben Kapitel (»Leben«, »Leistungen«, »Erfolge«, »Irrtümer«, »Fehler«, »Verbrechen«, »Verrat«), um Hitler zu sezieren.

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Anna

Niccolò Ammaniti

Den Sechsteiler Anna hatte ich neulich ganz zufällig in der arte-Mediathek entdeckt und erst, als ich ihn schon fast zu Ende gesehen hatte, bemerkt, dass er nach einer Romanvorlage entstand. Autor Niccoló Ammaniti führte auch Regie.

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Die Reise mit Charley

John Steinbeck

Ich hatte Steinbecks Bericht über seine Fahrt durch vierunddreißig amerikanische Bundesstaaten schon einmal vor Jahren gelesen, erinnern konnte ich mich aber nur noch daran, dass sein ihn begleitender Hund Charley ein Pudel war und er sein eigens für die Reise gebautes Wohnmobil nach Quixotes Pferd »Rosinante« taufte.

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