The Velvet Underground

Die Wahl ist ja nicht besonders originell, aber wenn man mich fragt, welche Musikgruppe mir am meisten bedeutet, muss ich nicht lange überlegen (natürlich fragt mich das nie jemand). The Velvet Underground haben meinen Musikgeschmack geprägt und waren eine dauerhaft wirksame Impfung gegen alles, was mit Hippietum und Artverwandtem zu tun hat. Danke, Lou Reed.

Gehört hatte ich die Platten allerdings schon seit Jahren nicht mehr. Der kürzlich erschienene Dokumentarfilm über die Band (zu sehen bei Apple TV+) hat das behoben. Regisseur Todd Haynes macht bis auf eine leichte Überlänge alles richtig, bewegt sich sicher und nicht gezwungen unkonventionell zwischen erzählenden Zeitzeugen und Bildmaterial, das zumindest ich noch nicht kannte. Zu Wort kommen John Cale, natürlich Moe Tucker, Leute aus Warhols Factory, Angehörige. Jonathan Richman, der als Teenager mit der Band herumhing, hat ein paar tolle Momente. Lou Reed spricht aus dem Archiv.

Bemerkenswert, wie langlebig der Einfluss von The Velvet Underground war. Ist. Musikalisch: über Jahrzehnte Legionen von Bands inspirierend. Und dann ihr Auftreten: die Sonnenbrillen, die schwarzen Klamotten, Warhols Ringelshirts. Mir fällt nichts Vergleichbares ein.